HG Ausbildungshilfe Ruanda

Reisebericht

Ruanda-Reise vom 12.02. bis 06.03.2009

Nach mehrfach verschobenen Reiseterminen, z.B. wegen der Regenzeit oder den Schulferien, entschloss ich mich, wie immer mit meiner lieben schweizer Bekannten als Dolmetscherin, endlich vom 12.02. bis 6.03.2009 nach Ruanda zu fliegen, um diverse Schulen zu besuchen und nach den Projekten zu schauen.

Dass es eine so aufregende Reise werden würde, hatte ich mir nicht vorgestellt. Ankunft in Kigali nur mit einem Koffer. Mitbringsel und Geschenke waren angekommen, aber was bitte anziehen? Statt der vorher gesagten Trockenzeit gab es – ich glaube bis auf zwei Tage – jeden Tag Regen. Und was für welchen!!!! Klamotten und Schuhe wurden nicht mehr trocken. Auch unser einziges Handtuch nicht. Mein Trost: Der Koffer kam nach 8 Tagen doch.

Leider können wir nicht wie sonst in dem sehr günstig gelegenen Gästehaus, dem Koordinationsbüro von Rheinland-Pfalz angeschlossen, übernachten. Wir finden Quartier in einer Pension und als mich kurz ein wohlsituierter Ruander dort besuchte, sagte er nach dem Verlassen des Zimmers, die beiden sind entweder Verrückte oder Heilige. Wir sind zwar drei oder vier Nächte in Kigali und wir bekommen auch viele Informationen, nur für einen Stadtbummel blieb leider keine Zeit.

Schade, denn in mancher Hinsicht dürfte Kigali die spannendste Hauptstadt der Welt sein. Die Veränderungen sind enorm. Die Regierung wünscht die Anpflanzung von Blumen, was dem Stadtbild, wie wir auf einer kurzen Fahrt sehen konnten, sehr gut ansteht. Der Autoverkehr hat enorm zugenommen und damit leider auch die Abgase. Besonders bei der Wetterlage, die wir vorgefunden haben. Von Reichen werden ganze Hügel zu Spekulationszwecken aufgekauft. Im letzten Jahr betrug die Inflationsrate 20%. Trotzdem boomt die Stadt und Investoren gibt es in Hülle und Fülle.

Am nächsten Tag ändert sich das Bild schlagartig, besonders dann, als wir die Hauptstrasse verlassen und in unsere Gemeinde fahren, wohin keine der großen Hilfsorganisationen oder Geldanleger kommen. Nach 25 Jahren Engagement ist die Fahrt fast wie in ein zweites Zuhause. Einige Menschen am Straßenrand winken einem zu oder bitten gar anzuhalten. Man erkennt uns. Mein Markenzeichen sind die hellen grauen Haare. Nach Umarmungen und vielen Küsschen erreichen Carla und ich unser Quartier für die nächsten Tage. Wir sind bei Herrn Mézack untergebracht, der im November bei uns hier in Bad Kreuznach gewesen ist. Wir werden von der Familie sowie Komiteemitgliedern erwartet und herzlich begrüßt und aufgenommen. Die Familie versucht uns jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Aber wir haben keinen. Nein, das stimmt nicht ganz, meine Vorliebe sind Süßkartoffeln, die Familie weiß das, und ich bekomme sie täglich. Die Verhältnisse sind eben sehr einfach und unsere Gastgeber können es nicht lassen mit den Entschuldigungen, dass wir halt in Afrika sind und man nicht mehr bieten kann. Am härtesten treffen uns die sanitären Einrichtungen. Eine sehr strapazierte Toilette ohne Wasserspülung, genauso untauglich das Handwaschbecken. Es gibt auch eine Badewanne, die wird als Wasserspeicher gebraucht, wenn denn einmal Wasser aus der Leitung kommt. Eigentlich ist das wichtige Nass in Kanistern und muss herbei geschafft werden. Wir gehen sehr sparsam damit um. Die Frage, wozu benutze ich mein Wasser zuerst, wird zu einer wichtigen Entscheidung. Wann Brille säubern? Zähne putzen? Strümpfe waschen, Schuhe oder sich selbst? Weit und breit kein Spiegel. Wir vermissen ihn nicht. Wollen das Ergebnis des super einfachen Lebens gar nicht bewundern. Unsere große Freude ist morgens, dass die Schüssel mit warmem Wasser gefüllt wird. So klamm und kühl wie es ist sind wir für diesen Aufwand unendlich dankbar. Für uns wird aufgekocht: Süßkartoffeln, Kartoffeln, Maisbrei, Reis, Bohnen und ein weiteres Gemüse. Auch ein Töpfchen mit Fleisch. Das Essen ist gut, aber mittags und abends immer das Gleiche und leider immer kalt. Es gibt nur eine Herdstelle. Wir wissen alles sehr zu schätzen, machen uns aber auch Gedanken. Wenn die Familie alleine ist wird das Essen um vieles reduziert und wiederholt sich trotzdem täglich.

Es sind nicht diese Dinge, die uns zu schaffen machen. Carla und ich kennen dies aus alten Zeiten. Was uns nervt und Stress macht, ist der fürchterliche tägliche Regen. Zwar immer nur stundenweise, dafür aber eben sehr heftig. Wir versuchen unsere Pflichten abzuarbeiten. Für die nächsten Tage steht der Besuch von einigen Primarschulen auf dem Plan. Männer müssen des Öfteren mit Schaufeln helfen, um uns aus den tiefen Furchen, in denen wir stecken geblieben sind, rauszuholen. Der Boden ist wie Schmierseife. Wir fahren ein großes Auto mit Vierradantrieb und haben einen guten Fahrer. Trotzdem, sehr oft geht nichts mehr. Wir treten Schuldirektoren mit total verschmutzter Kleidung gegenüber und fühlen uns nicht wohl.

Heiter finden wir dagegen, in unzähligen Klassen immer mit dem gleichen Satz empfangen zu werden: „What’s your name? My name is….”. Alles lernt Englisch. Seit dem 01.01.2009 ist Französisch als Amtssprache abgeschafft und in den Schulen muss jetzt fünf Wochenstunden Englisch gebüffelt werden. Französisch künftig nur noch eine Stunde. Wo liegt das Problem? Außer in Kigali kann niemand die neue Sprache. Bei der Landbevölkerung klappte es bis heute noch nicht einmal mit Französisch. Schaut man durch die Fenster der Klassenräume, sitzen Kinder und Lehrer vereint und lernen Englisch. Noch lustiger ist es, wenn Lehrer keinen eigenen Raum haben und das „Lehrerzimmer“ im Freien ist. Immer wieder ertönt: „What is your name ..usw.. Ich unterhalte mich mit einem Ruander und verstehe nichts. Ich denke mir, mein Gott er weiß doch, dass ich kein Kinyarwanda spreche und plötzlich kann ich ein Wort verstehen und ich bekomme endlich mit: Der Mann spricht ja Englisch mit mir.

Die armen Menschen hören die Sprache nie. Es gibt keine Schlager, die jeder trällert oder Fernsehen und was auch immer. Wer also soll die Aussprache beibringen? Dabei sind die Ruander, davon sind wir alle fest überzeugt, überdurchschnittlich sprachbegabt.

Gefragt, ob die Ruander auch wissen, warum sie jetzt alle Englisch lernen müssen kommt sofort die Antwort: Wir erwarten viele Touristen, wir müssen gerüstet sein. Frau Carla und ich schauen uns an, wie wir dastehen voller Dreck und überglücklich und Gott dankend, die Straßenfahrten überstanden zu haben. Tourismus? Unser Partnerland ist wunderschön. Und die Straßen ins Ausland werden von Strabag auch super gebaut, aber im Land? Wir schauen uns an und sind uns einig: Zerstören werden wir die Hoffnung dieser Menschen auf eine erfolgreiche Zukunft jedenfalls nicht.

Unser Konzept, das Klasseninventar auf eine Höchstzahl von 40 Kindern auszulegen, hat sich durch die verlängerten Schuljahre wieder überholt und keine Gültigkeit mehr. Dicht gedrängt, teilweise bis zu 80 Kinder, sitzen die Schüler/innen in einem Raum. Und die Lehrer unterrichten diese großen Klassen morgens und nachmittags.

Wir machen uns mit diesen neuen Forderungen an die Bevölkerung vertraut. Erkundigen uns nach diversem Lehrmaterial usw. Da erfahren wir, das ist noch lange nicht alles. Die Regierung hat die Primarschulzeit von sechs auf neun Jahre erhöht. Also doch. Zu Ohren war uns Ähnliches schon gekommen. Aber auf die Frage, wie es denn gehen soll? Man braucht doch neue Schulen und vor allem auch Lehrer? Achselzucken unserer Gesprächspartner. Noch nie haben wir afrikanische Gelassenheit so positiv empfunden. Wir sind voller Bewunderung wie die Menschen ihr Bestes geben. Dabei scheint fast alles unlösbar.

Eine neue Überraschung, davon sind wir überzeugt und fragen auch nicht nach, kann es jetzt nicht mehr geben. Aber irgendwann sind wir in einer Klasse mit ganz lieben und herzigen kleinen Kindern. Nach unserer Freude über die kleinen Kinder stellen wir ganz nebenbei die Frage, dass die Kinder für die erste Klasse besonders klein und jung sind. Wir bekommen gesagt, dass dies eine Vorschulklasse ist – Kindergarten – also. Auch seit dem 01.01.09 eingeführt.

Mit uns werden alle Leser der gleichen Meinung sein, dass sowohl auf das Ruanda-Komitee als auch auf die „Stiftung Ausbildungshilfe Ruanda“ riesige Probleme zukommen, will man 25 Jahre gewachsene Beziehungen nicht einfach beiseite schieben. Sind doch alle Ansätze positiv für eine gute Schulbildung, um schnellstmöglich junge Menschen in die Lage zu versetzen, ihre Situation zu erkennen und künftig selbständige Entscheidungen für eine bessere Zukunft treffen zu können. Aber kann man die Menschen wirklich mit ihren Problemen so alleine lassen? Wollten nicht auch wir, dass die Menschen aus ihrer Lethargie herausgeführt werden und sich selbst aktiv für ihr Land einsetzen können?

Der Schulbau wird teurer. Es fehlt das Baumaterial. Das Brennen von Ziegeln wurde für kurze Zeit verboten, dann doch wieder erlaubt, allerdings nicht mit Holz (Erosion und Vernichtung des Regenwaldes haben zu einem gravierenden Holzmangel geführt) sondern mit Abfällen aus der Kaffee- und Teeindustrie. Diese Stoffe bringen aber nicht die nötigen Hitzegrade. Fazit: Die Ziegel sind von schlechter Qualität. Die Einfuhr einer neuen Art von Betonsteinen ist auch nicht optimal, da die Qualität nicht immer zufrieden stellend ist. Von der Regierung favorisiert wird blaues, beschichtetes Blechdach. Ich bin kein Fachmann, denke aber an den doch unvermeidlichen Lärm bei den von uns erlebten Regengüssen. Ist so ein Dach auch luftzirkulierend wenn es sehr heiß ist? Wie wird das wunderschöne grüne Land mit den fürchterlich blauen Dächern aussehen? Wir sind deprimiert. Was auch immer angestoßen wird, immer tun sich Unwegsamkeiten für die Ruander, aber auch für uns auf. Das sind die Sorgen des Komitees. Aber Schulen zu bauen oder zu erweitern muss eine dringende Aufgabe für uns bleiben.

Wer kann, sollte dem Ruanda-Komitee helfen und es bei dem Bau von Schulen unterstützen. Auch im Internet können sich die Leser über uns informieren.

Und die Konsequenz für die „Stiftung Ausbildungshilfe Ruanda“? Mich befiel unendliche Traurigkeit. Wir können dieses Jahr auf keinen Fall neue Schüler einschulen, obwohl es schon eine Warteliste gibt. Wie sollen wir es schaffen, die drei weiteren Jahre zu finanzieren? Die Kinder haben von der Stiftung eine Zusage, bis zu einem Schulabschluss gefördert zu werden. Alles muss neu berechnet werden. Ich muss auch noch um viel mehr Einzelpatenschaften für Sekundarschüler werben, denn aus ihnen kommen die Lehrkräfte, auch die Ausbilder an den Schulen und im Handwerk. Gottlob hat sich an der wesentlich teureren Sekundarschule nichts verändert. Sekundarpatenschaften sind halt leider nicht ganz billig. Eine Patenschaft kostet je nach Ausrichtung oder Standort der Schule zwischen € 180,00 und € 300,00 im Jahr. Da ist aber auch die Schulkleidung und Kost und Logis inbegriffen.

Unser nächstes Ziel war die Besichtigung der Räume, in dem schon vor dem Genozid ein Handwerkszentrum untergebracht war. Das seit Jahren geplante neue Handwerkszentrum soll hier untergebracht werden. Das Gelände ist sehr schön und könnte bei Bedarf vergrößert werden. Wasseranschlüsse und Strom sind vorhanden. Die Gebäude müssen selbstverständlich renoviert werden, obwohl sie während der Jahre genutzt wurden, aber eher als Ausweichquartier für die naheliegende Sekundarschule. Die Blicke unserer Begleiter sind erwartungsvoll und im Gespräch stellen wir fest, dass sie gehofft hatten, ich hätte die Projektunterlagen schon in der Tasche und mit den Baumaßnahmen könnte begonnen werden. Die Frères des Josephiter-Ordens, Eigentümer des Geländes, bemühen sich verständlich zu machen, wie nötig diese Ausbildungsstätte gebraucht wird. Jugendliche, die durch die Stiftung gefördert wurden und keinen Platz in einer Sekundarschule bekommen sollen hier ausgebildet werden. Unser größtes Problem ist es, gute Ausbilder zu finden. Die, die gut sind, wollen nicht auf dem Land bleiben und finden gute Jobs in der boomenden Hauptstadt. Wir werden kreativ sein müssen. Gerne würde ich in Deutschland in einfachen Handwerksbetrieben ausbilden lassen, um dann Verträge auszuarbeiten, dass das Stipendium in Ruanda auf dem Land abgearbeitet werden muss. Vermutlich die einzige Möglichkeit jungen Menschen zu einer qualifizierten Ausbildung zu verhelfen. Nur wer hilft mir dabei?

Mein Fazit, bei den vielen Möglichkeiten sinnvoll zu helfen, bleibt: Die Bildung von jungen Menschen ist mit Abstand die Wichtigste. Aber nach der Schulzeit muss es auch Perspektiven geben. Ein dringliches Ziel für alle Engagierten.

Ein großes Glück und wieder eine Möglichkeit mehr, um für die Arbeit der „Stiftung Ausbildungshilfe Ruanda“ zu werben ist, dass sich die Firma SSW (System Software GmbH) mit seinem Geschäftsführer Herrn Butzbach bereit erklärt hat, kostenlos eine Homepage zu erstellen. Meine Dankbarkeit ist groß.

Zum Schluss, aber ganz bestimmt von uns nicht vergessen worden, ist der Besuch bei den Witwen der Ziegenkooperative. Voller Stolz wird mir berichtet, dass man meinen Rat befolgt hat. Ich hatte einmal sehr eindringlich über unsere Organisation der Landfrauen gesprochen und auch übersetzte Satzungen mitgebracht. Jetzt teilte man mir mit, dass man Gruppen gebildet hat, die Körbe flechten, die von einem Exporteur nach Amerika ausgeführt werden. Sie warten auf meine Begeisterung. Ich kämpfe mit meiner Enttäuschung, die ich mir auf keinen Fall anmerken lassen darf, aber ich höre praktisch schon die Aufregungen, wie man sich bei meinem nächsten Besuch beklagen wird, dass die Qualität der Ware immer mehr kritisiert und der bezahlte Lohn immer mehr gekürzt wird.

Ich sage, in ganz Afrika flechten Frauen Körbe, das kann doch keine Zukunft haben. Ich frage, warum habt ihr euer erspartes Geld nicht in Kleintierhaltung investiert? Kaninchen, Hühner usw. Ruanda bekommt ein massives Ernährungsproblem. Die Bevölkerung wächst, der Boden nicht. Er ist ausgelaugt und sie sagten mir selbst, wichtiger noch als das Ziegenfleisch ist der Dünger. Die Antwort meiner Frauen: Elisabeth, Du bist nicht da gewesen, Du hast es uns nicht gesagt.

Ich werde den Frauen zur Seite stehen, so gut, wie es unsere finanziellen Möglichkeiten erlauben. Aber eine neue Kooperative muss gegründet werden. Weil die Not für die Ärmsten eben auch noch ein Stückchen räumlich etwas weiter entfernt vorhanden ist. Positiv wahrgenommen habe ich, dass in Ruanda neue wesentlich schärfere Gesetz zur Gründung einer Kooperative und eine allgemein gültige Satzung vorgeschrieben wird. Es gab offensichtlich zu viele Scheinkooperativen und in meinen mir zur Verfügung gestellten Unterlagen konnte ich feststellen, dass dieses Gesetz seine Richtigkeit hat!!!! Die Ärmsten der Armen haben keine Fürsprecher mehr auf dem Land. Die, die Lesen und Schreiben können, arbeiten an ihrem eigenen Vorwärtskommen und orientieren sich nach oben. Sie stören die sorgenvollen und ausgemergelten Gesichter der Frauen und Männer nicht. Neu eingeführte Steuern, jetzt zum Beispiel auch auf den kleinen Landmärkten und die enormen Teuerungen an sich machen das Überleben auf den Hügeln für Analphabeten und Familien ohne Vater oder Mutter fast unmöglich. Überleben wird ohne Übertreibung immer fraglicher. Aber gottlob, wie überall auf der Welt findet man doch eine verlässliche Person, wie ich Mme Félicité. Zusammen haben wir aufzeigen können, wo man uns unzureichend bis falsch informieren wollte. Mme Félicité hat studiert und eigene schlimme Erfahrungen während oder nach dem Genozid gemacht. Es wird noch eine lange Zeit brauchen, bis ich darüber mehr erfahren werde. Man spricht nicht über die Vergangenheit. Jetzt steht sie, wie ich auch, auf der Seite der Schwachen und setzt sich für ihre Belange ein. Für mich eine schöne Erfahrung und ich freue mich auf jede Mail von ihr. Zusammen werden wir die Gründung einer neuen Kooperative meistern, gar keine Frage, egal, ob die Wunschtiere Schweine oder Ziegen sein werden.

Die drei Wochen sind wieder sehr schnell vergangen. Wir freuen uns auf zu Hause. Wir sprechen auch darüber, dass der erste Wunsch sein wird, ein Bad zu nehmen oder der Saunabesuch. Aber das ist nicht wirklich realistisch. Unsere Heimat ist zu weit entfernt. Wir sehen die abgehärmten traurigen Blicke, die durch uns durchschauen, als ob sie ergründen wollen, ob es denn die lieben helfenden Menschen, die hinter uns stehen sollen, auch wirklich gibt. Die vielen Kinder an unserer Hand, die voller Vertrauen neben uns her laufen. Es macht mich traurig, wenn ich an den Preis denke, der für den unvermeidlichen Fortschritt zu bezahlen ist. Jung und alt schauen so hoffnungs- und vertrauensvoll auf uns zwei Frauen mit den grauen Haaren; die vielen Umarmungen und Küsse machen uns verlegen und sehr still. Der Aufbruch in eine neue globalisierte Welt hat mit riesigen Schritten begonnen. Die Zeit der Beschaulichkeit ist vorbei. Ade Afrika mit Deinen vielen Problemen aber auch Deiner vielen Zeit, was diese Menschen einmal die guten alten Zeiten nennen werden.