HG Ausbildungshilfe Ruanda

Schulische Situation

Das Schulsystem von Ruanda Heute im Vergleich zu Früher

FRÜHER

  • Sechs Jahre Grundschule (schulgeldfrei), dann nationale Prüfungen. Anhand der Prüfungsergebnisse wurde man auf die Sekundarschulen verteilt (drei Typen). Wenn man a) durchgefallen war oder b) nicht die gewünschten Prüfungsergebnisse erreichte, konnte man die sechste Klasse wiederholen, so oft man wollte. So war es möglich, dass manche Schüler die sechste Klasse dreimal gemacht haben.

  • Es gab drei Typen von Sekundarschulen (mathematische-naturwissenschaftliche, Sprachen-Literatur und pädagogische-soziale-medizinische Ausrichtung). Um an eine gute Sekundarschule zu kommen, musste man gute Noten haben und die Familie musste sich die Schule leisten können. Die Schüler waren intern untergebracht. Wenn die Eltern sich die Schule nicht leisten konnten, die Schüler aber gute Noten hatten, konnten sie eine andere Sekundarschule als externe Schüler besuchen, zu einem geringeren Schulgeld. Diese Sekundarschulen sind sehr rar. Sekundarschulen wie zum Beispiel die Schule in Munzanga mussten von den Eltern bezahlt werden, aber die Schüler konnten auch extern sein und der NC war nicht so hoch. Der Rest der Schüler, die entweder nicht gut genug für eine solche Schule waren oder deren Eltern sich die Schulgebühren nicht leisten konnten, besuchte eine einfache weiterführende Schule oder machte eine einfache Ausbildung im handwerklichen Bereich. Viele dieser Schülerinnen gingen jedoch zurück auf die Hügel, in die Familien und versuchten sich vor Ort zu verdingen

  • Unterrichtssprache war Französisch

HEUTE

  • Die Grundschule dauert neun Jahre und ist weiterhin gebührenfrei. Es fallen allerdings immer noch Kosten wie Schulkleidung und –material etc. an. Mittlerweile auch in Form von Nahrungsmitteln, da die staatlichen wie privaten Schulen die gestiegenen Preise für Lebensmittel nicht mehr aufbringen können.

  • Nach der Grundschule legt man Prüfungen ab und besucht dann drei Jahre lang die Sekundarschule, die nach wie vor schulpflichtig ist. Man kann eine Klasse nicht mehr wiederholen, wenn man mit den Prüfungsergebnissen nicht zufrieden ist (wohl aber wenn man durchgefallen ist). Allerdings sind nur die Kinder in diesem Alter (15 Jahre) besser in die örtlichen Strukturen wieder zu integrieren.

  • Momentan dauert die Grundschule noch sechs Jahre, da diese Schule noch nicht auf neun Jahre erweitert wurde. Danach gehen die Schüler an eine Sekundarschule, wo sie zuerst drei Jahre den tronc commun“ besuchen. Unterrichtssprache ist Englisch, abgesehen von der dritten „tronc commun“ Klasse, die noch auf Französisch unterrichtet wird. Dann kommen drei Jahre lang die sog. „section“: man wählt ein Profil wie Mathe-Chemie-Biologie oder Physik-Chemie-Mathe (beides an der GS St Joseph in Birambo) oder Sprachen oder Informatik (beides bei den Schwestern) oder Geschichte-Erdkunde-BWL etc. Die sechste Klasse (d.h. die letzte Klasse der section) wird dieses Jahr noch auf Französisch unterrichtet. Am Ende der dritten und sechsten Klasse der Sekundarstufe legt man nationale Prüfungen ab. Nach der sechsten Klasse kann man, wenn man den NC schafft, an eine staatliche Universität gehen oder - wenn man es denn bezahlen kann - an eine private Universität. Seit 2011 werden keine Stipendien mehr vom Staat bezahlt.

  • Vermutlich werden Schulen der beiden unteren Kategorien (s.o.), die nicht so einen hohen NC verlangten, für die tronc commun zuständig sein und Schulen der ersten Kategorie nur die section anbieten. Momentan haben aber viele Schulen noch beides.